Saturday, February 24. 2007
krippenkrieg
Monday, October 30. 2006
so viel evangelium wie möglich
"Bei allen kirchlichen Reformbemühungen sollen theologische Grundsätze die ökonomischen Entscheidungen bestimmen" - so hat die VELKD auf ihrer Herbstsynode in Ahrensburg eine Präzisierung der gegenwärtigen kirchlichen Reformdiskussion formuliert. In der Pressemeldung zum verabschiedeten 12-Thesen-Papier "zur Zukunft der Gemeinde" heißt es:
"... dass eine „viel zu wenig genutzte Chance“ darin liege, „wenn
Ehrenamtliche mit ihren besonderen Kompetenzen an verantwortlicher
Stelle bei der Wahrnehmung kirchlicher Aufgaben tätig werden“. Darüber
hinaus ermutigt die Generalsynode, die Veränderungsprozesse in der
Kirche aktiv mit zu gestalten. Die gegenwärtige Bedeutungs- und
Finanzkrise zwinge zur Besinnung auf die Kernaufgabe der Kirche – „die
Verkündigung des Evangeliums in Wort und Sakrament“.
Das gesamte lesenswerte Thesenpapier kann hier als pdf geladen werden. Ich finde es gut, dass Ziel und Inhalt kirchlicher Arbeit nun so breit diskutiert werden. Bedauerlich bleibt genauso wie beim "Impulspapier" der EKD, dass viele biblische Inhalte wie die "Chance" und Gaben von Ehrenamtlichen oder die "Kernaufgabe" der Verkündigung des Evangeliums erst aufgrund aktueller äußerer Sachzwänge entdeckt werden. Um in unserer zunehmend orientieurngslosen Gesellschaft das Evangelium zu verkündigen, hätten wir eigentlich weder Mitgliederschwund noch Finanzkrise nötig gehabt - schließlich gab es da von Anfang an einen klaren Auftrag. Aber vielleicht wird der nun wenigstens zwangweise wieder neu entdeckt!
Sunday, October 29. 2006
gender mainstreaming
Immer wieder begegneten mir in letzter Zeit kritische Anmerkungen zum Konzept des "Gender Mainstreaming", das von der EU und Bundesregierung weiterhin vorangetrieben wird. Während GM nach außen lediglich als "Gleichberechtigung" oder "Gleichstellungsperspektive" vorgestellt wird, scheint nach wie vor mehr dahinter zu stecken: die Schaffung eines neuen, geschlechtsneutralen oder besser gesagt geschlechtsvariablen Menschen. Sowohl der Fallbericht von V.Zastrow wie auch die kritischen Anmerkungen von K.Adam, die Zugehörigkeit von Menschen zu einem bestimmten Geschlecht sei bei Vertretern des GM nur noch "Ausgangspunkt von Bastelexistenzen" zeigen: hier ist etwas zutiefst frag-würdig.
Auch die OJC widmet die aktuelle Ausgabe ihrer Zeitschrift "Salzkorn" (Nr. 5/2006) der Gender-Perspektive und bezeichnet sie als "lautlose Revolution", die darauf abzielt, "die Geschlechterpolarität umzubürsten". "Gender Budgeting" versucht dabei bereits, diese Ideologie in der Verwaltung öffentlicher Gelder zumzusetzen. Das Heft enthält eine ganze Hand voll profunder Artikel aus psychologischer, soziologischer und theologischer Sicht, ist aber leider noch (?) nicht online verfügbar. Auf jeden Fall finde ich es nötig, die relativ unauffällig in unserer Gesellschaft propagierte Ideologie des Gender Mainstreaming kritisch im Auge zu behalten.
israels "freunde" und freunde
Manchmal scheint die Wunschrealität der EU nur noch wenig mit der Wirklichkeit zu tun zu haben. So behauptete neulich der außenpolitische EU-Beauftragte Javier Solana in einem Interview der Jerusalem Post doch glatt: "Hamas doesnt want to destroy Israel". Selbst die naturgemäß heftig umkämpfte Wikiseite zur Hamas muss zugeben: "die Gründungscharta der Hamas von 1988 erklärt 'die Fahne Allahs über jedem Zoll von Palästina aufzuziehen' zum ideologischen Ziel der Organisation, was indirekt die Auflösung des Staates Israel ... implizieren würde". Und sogar das ZDF urteilt in diesem Fall realistischer. In demselben Interview sagt Solana von sich, er sei "a good friend of Israel". Da trifft wohl wieder die alte Weisheit zu: wer solche Freunde hat, braucht eigentlich keine Feinde mehr.Monday, October 23. 2006
staunenswert
Meine persönliche Arbeitslage führt im Moment leider zu einem kleinen Blogstau, obwohl sich in letzter Zeit so manches angesammelt hat, das eigentlich eine Erwähnung oder einen Kommentar verdient hätte. Weil ich das meiste davon ziemlich staunenswert fand, fasse ich unter diesem Titel heute einfach einiges zusammen. Erstaunlich erschien mir in letzter Zeit...
... dass die Schweizer ihre eigene Flagge provozierend finden und in einer Schweizer Schule einem Schweizer Kind ein T-Shirt mit einer Schweizer Flagge verbieten wollten, weil es "unter Umständen provokativ wirken und das soziale Klima negativ beeinflussen" könnte. Dabei lassen doch gerade die Eidgenossen ihre Flagge sonst so viel unbeschwerter als wir fröhlich an ihren Häusern und Gärten herumflattern. "Wir wollen trauen auf den höchsten Gott und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen"? Die so von Schiller beschworenen selbstbewussten Rütlizeiten gehören offenbar der Vergangenheit an.
... dass die Helvetic Airways es trotzdem wagt, ihre Maschinen nun gerade mit diesem Schweizer Kreuz zu lackieren.
... wie man so viel unsachlichen und angstbesetzten Antiamerikanismus und Anti-Evangelikalismus in einem einzigen Artikel unterbringen kann. Aber dieser Autor ist damit von seiner Kirchenleitung ja neulich schon stehen gelassen worden.
... dass jetzt schon ur-traditionelle Knöpfe im englischen Landhausstil als Nazisymbole gelten.
... dass Human Rights Watch es über's Herz bringt, nicht nur wie immer die bösen Israelis zu kritisieren, sondern Vorwürfe gegen die Hisb'allah veröffentlicht.
... dass "Mikrokredite" nach dem Vorbild des Friedensnobelpreisträgers Mohammed Yunus allen Ernstes als Lösungsvorschlag für unsere neue "Armutsdebatte" genannt werden. Denn während man sich in Bangladesh mit diesem Geld wirklich eine Existenz aufbauen kann, bleibt Eigeninitiative hierzulande doch erst einmal im bundesdeutschen und EU-Vorschriften- und Bürokratiedschungel stecken.
Sunday, September 17. 2006
lasst bilder sprechen...
Das hat die Hizb'allah schon bei der "Berichterstattung" im Libanon ausführlich praktiziert - und gleich ein neues Filmgenre namens "Hizbollywood" erfunden. Aber auch die Botschaft
an die eigenen Leute vermittelt sie mit Bildern, die keine Deutlichkeit vermissen lassen. So wie in einem Prospekt der "Islamic Resistance Support Association", einer Hizb'allah-Institution, die Spenden für den "Widerstand" sammelt und Propagandamaterial verbreitet. Er vermittelt eine glasklare Botschaft: es wird (über eine Spardose in Form einer Moschee) Geld gesammelt, um Waffen zu beschaffen, die dem bekannten Ziel dienen, Israel zu zerstören. Dieser Prospekt und anderes Material wurde im Libanon von der IDF sichergestellt und nun vom C.S.S. veröffentlicht. Darinter auch ein Quiz für Kinder mit so sinnigen Fragen wie: "Wo hat der Istishhadi (Selbstmordattentäter) Sheik Ass'ad Bero seine heroische Tat ausgeführt?" Die Quizantworten können unter anderem über die Schulen zurückgegeben werden - auch eine Art Erziehung für die Zukunft.Sunday, August 27. 2006
jesus on ice
Eine neue Variante rationalistischer Wundererklärung findet sich ausgrechnet hier im warmen Florida: Jesus on ice! So ein "einmaliges Frostereignis trat zwar in dieser Region wahrscheinlich nur eine handvoll mal in den letzten 12.000 Jahren auf" sagt Doron Nof von der FSU - aber anscheinend ist das für manche allemal wahrscheinlicher als der biblische Bericht
Sunday, August 6. 2006
lasst uns menschen machen
Und zwar neue. Möglichst geschlechtsneutrale. Das Konzept des "Gender Mainstreaming" kommt zwar von offizieller Seite eher als die bekannte "Gleichstellung" von Frauen und Männern daher. Aber offenbar steckt mehr dahinter: die "Vorstellung eines vom biologischen Geschlecht (im Englischen: sex) abgelösten emotionalen oder metaphysischen Geschlechts (gender)" schreibt Volker Zastrow in einem vieldiskutierten Artikel. "Gender wurde zur Sammelbezeichnung für das 'soziale Geschlecht' weiterentwickelt, das den Menschen ihre 'Zwangsheterosexualität' zuweise. Geschlecht ist demnach sowohl eine ideologische Hypothese als auch eine gesellschaftspolitische Konstruktion. Die Theorie wurde hauptsächlich von Feministinnen erarbeitet und erweitert." Gender beschreibt also gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägte Geschlechterrollen, die grundsätzlich veränderbar sind. Und verändert werden sollen sie. Denn es geht wohl doch um mehr, als um simple Gleichstellung am Arbeitsplatz oder gleiche Karrierechancen für Frauen und Männer. Es geht wieder einmal um den neuen Menschen: "die Einteilung der Neugeborenen in Jungen und Mädchen sei Willkür. ... Daher liege bereits in der Annahme der Existenz von Geschlecht eine letztlich gewalthafte Zuweisung von Identität: die 'heterosexuelle Matrix'." Zastrow resümiert zutreffend: "Diese eher philosophische Hypothese widerstreitet der ursprünglichsten Wahrnehmung und Empfindung der meisten Menschen, den Religionen und naturwissenschaftlicher Forschung."
Noch deutlicher äußert Bettina Röhl ihre Kritik im Kulturmagazin Cicero: GM sei ein gesellschaftspolitischer Tsunami, mit dem "eine hauchdünne Funktionärsschicht in der Politik hinter den Kulissen den Boden für eine "Gender-Gesellschaft' bereitet." Für Röhl heißt das "im Klartext kompletter Umbau der Gesellschaft und Neuerfindung der Menschheit. Gender Mainstreaming ist eine Art totalitärer Kommunismus in Sachen Sex und Geschlechterbeziehung", eine Art "Allmachtsphantasie" und "pseudowissenschaftlicher Rassismus", der zudem "vollkommen undemokratisch installiert" werde. In eine ähnliche Richtung geht die Kritik von Prof.Dr. Michael Bock (Universität Mainz), der GM als "totalitäre Steigerung von Frauenpolitik" sieht. Es stehe damit "im äußersten Gegensatz zu einer liberalen Staatsauffassung, gemäß derer sich die Menschen in ihrem gesellschaftlichen Dasein frei entfalten können."
Man könnte "Gender Mainstreaming" gelassen als eine der Ideologien betrachten, die im Laufe der Geschichte kommen und gehen. Aber zum einen leidet ja jede Epoche unter ihren Ideologien und muss sich auch mit ihnen auseinandersetzen. Außerdem sind die "Ergebnisse trivial und teuer" und werden entsprechend vehement propagiert und vermarktet. Und wenn Röhls Einschätzung als "gesellschaftspolitischer Tsunami" stimmt, wird auch diese Welle wie jeder Tsunami Opfer kosten. Zum anderen ist hier der Mensch wieder einmal dabei, sich selbst ideologisch neu zu erschaffen - und auch wenn GM nicht auf "-ismus" endet, verheißt das letztlich nichts Gutes. Drittens wird hier schließlich dem ins Handwerk gepfuscht, der als erster und ursprünglich gesagt hat "lasst uns Menschen machen". Und der das in Vollendung hinbekommen hat: Mann und Frau mit ihren so unterschiedlichen, spannungsvoll und kreativ aufeinander bezogenen Gaben und Grenzen, Schönheiten und Potentialen. Prädikat "sehr gut". Durch menschliche Ideologien höchstens zu zerstören - aber nicht zu toppen.
Thursday, August 3. 2006
die christliche bedrohung
Ja, für manche sind jüdisch-christliche Werte offenbar eine Bedrohung. So wie Religion überhaupt. Zum Beispiel für Sonja Zekri, die in der SZ unter dem Titel "Lob der Gottlosigkeit" das arme "versprengte Häuflein Gottloser" in unserer Gesellschaft unter der rüden Verfolgung durch einen "konservativen Rollback" und eine "Neo-Spiritualität" leiden sieht. "Plötzlich wollen alle wieder glauben." schreibt Zekri. "In Bibelkreisen werden die Stühle knapp. Es wird wieder geglaubt in Deutschland, und wo das nicht der Fall ist, wird es als Defizit begriffen (West) oder als historischer Defekt (Ost)." Aus der Sicht der real existierenden kirchlichen Basis fällt mir dazu nur ein: schön wär's
Interessant ist die diffuse Furcht vor einer christlich-religiösen Bedrohung allemal, die aus dieser und anderen undifferenzierten Rundumattacken spricht. Aber das kann ja auch eine gute Möglichkeit sein, sich der Diskussion zu stellen und 1.Petr.3,15 in Tat und Wort umzusetzen.
Thursday, July 13. 2006
israel einseitig (1)
Immer wieder wird darauf hingewiesen, wie einseitig und manipuliert westliche Mainstream-Medien über Israel und die Konfikte im Nahen Osten berichten. So wird wohl auch diese Meldung der Nachrichtenseite "israel heute" kaum den Weg in Tagesschau oder Heute Journal finden: "Lebensmittel und Medizin nach Gaza - Israel hilft, jedoch weigert sich die Hamas die Hilfe anzunehmen, oder macht absichtlich ihrer eigenen Bevölkerung das Leben schwer, um mitteilen zu können, dass die Situation im Gazastreifen unerträglich sei. So hatte die Hamas – wie die Maariv-Tageszeitung berichtete – in den letzten Tagen hunderten Palästinensern die Ausreise nach Israel zur medizinischen Behandlung verweigert." 
Kommentare
Mon, 18.12.2006 07:25
nun ja. da die einzelnen büche r von verschiedenen über [...]
Fri, 29.09.2006 08:36
Da gibt es noch zwei interessa nte Links zu Linux im ch [...]
Sun, 10.09.2006 13:48
Woher wusste ich nur, dass irg end so etwas kommen würd [...]
Sat, 09.09.2006 18:41
Das kannst du öfter sagen! Eig entlich schade, dass du [...]